Landratte

Irgendwo, unterwegs bist du zur Landratte geworden.

Irgendwann auf hoher See ging irgendwas von uns verloren.

Wir waren einst so wunderschön, die Könige in jedem Hafen.

Heute winkst du mir vom Pier zu, sagst du möchtest lieber weiter schlafen.

 

Den Mastbaum abgesägt, das Diesel ausgekippt,

du sagst das war deine letzte Reise.

Die Segel eingeholt, die Ruder abgeknickt,

trotzdem weinst du zum Abschied leise.

Deine Haut ist kalt wie Schnee; So weiß die stürmische See,

dass ich da raus will findest du ziemlich scheisse.

Doch du kommst nicht mit, brichst nicht auf.

 

Du stehst auf, jeden Tag, und tust so als ob du recht hast.

Du machsts dir einfach und das ist es wohl auch, wenn nur noch Pflicht in deinen Kopf passt.

Wir waren einst so hoffnungsvoll, die Vollsten in jedem Hafen,

heute trinkst du allein dein Bier, willst nur noch arbeiten, ficken, schlafen.

 

….Doch du kommst nicht mit, ich brech auf.

 

Wir stehn schon auf der Schwelle, du bist nackt, so kannst du nicht raus.

Überhaupt, wo willst du denn hin, wie sieht das denn aus?

Wir stehn schon auf der Schwelle, du bist nackt, so kannst du nicht raus.

Du sagst, das hast du gar nicht vor, du bleibst im Hafen, du bleibst zuhaus.

 

...Komm doch mit, brich auf!